Hunde und ihre Rangordnung

Jeder Mensch weiß, dass der Hund der Nachfahre des Wolfes ist und ein Rudeltier. Auch wenn er im Verlauf der Jahrtausende domestiziert wurde und teilweise ganz andere Eigenschaften entwickelt hat als sein wilder Vorfahr, das Rudelverhalten und eine ganz strikt festgelegte Rangordnung hat er beibehalten. Und es ist für ein gutes und konfliktfreies Zusammenleben von Mensch und Hund und für die Hundeerziehung ganz wichtig zu wissen, wie diese Rangordnung funktioniert und sich im „gemischten Rudel“ Mensch/Hund auswirkt.

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Der Begriff Rudel steht im Tierreich für eine geschlossene und gleichzeitig individualisierte Gruppe. Die dazu gehörenden Tiere erkennen einander und sind nicht beliebig austauschbar. Sie haben eine strenge Hierarchie, in der jedes Tier seinen Platz hat und die Ranghöheren auch feste Aufgaben. Diese Rangordnung ist aber nicht für alle Zeiten festgelegt, die Alphatiere, die „Bestimmer“ im Rudel, werden von den rangniedrigen Tiere immer wieder zu Rangkämpfen aufgefordert, um selbst in der Rangordnung zu steigen. Die Rangordnungskämpfe sind nur sehr selten blutig, oft bestehen sie nur in Droh- und Unterwürfigkeitsgebärden.

Unterhalb der Rangordnung stehen im Rudel die jungen, noch nicht geschlechtsreifen Tiere und natürlich die Welpen. Ihnen gegenüber ist das ganze Rudel tolerant und sie dürfen schon mal über die Stränge schlagen. Nebenbei raufen sie schon mal spielerisch um ihre spätere Rangordnung. Es ist allerdings ein Märchen, dass es einen generellen Welpenschutz gibt, erwachsene Tiere also Welpen in keinem Fall angreifen oder zu Schaden bringen. Das gilt eindeutig nur für die zum Rudel gehörenden Welpen, für fremde nicht.