Is was Doc? – Ohne Angst zum Tierarzt

Jeder Hundehalter kommt nicht um ihn herum: den Tierarzt. Sei es zur Impfung, Check-up Untersuchung oder sonstigen Behandlungen. In regelmäßigen Abständen, findet ein Termin in ungewohntem Umfeld statt. Hat der Hund erst einmal schlechte Erfahrungen gemacht, ist dieser Gang stets mit Angst und Schrecken verbunden. Eine Tortur nimmt einen nicht endenden wollenden Lauf. Sie können dieser Prozedere vorbeugen, indem Sie „einfach mal so“ die Tierarztpraxis besuchen. Die meisten Tierärzte bieten solche Schnupperstunden an. Bei diesen Besuchen passiert erst einmal nichts. Der Arzt wird den Hund streicheln, Leckerlies geben, Räumlichkeiten beschnuppern lassen, kurz: eine vertrauensvolle Basis schaffen. Wiederholen Sie dies regelmäßig, auch nach erfolgten Behandlungen. Zusätzlich können Sie dem Verhalten positiv entgegen wirken und nehmen somit Ihrem vierbeinigen Freund eine große Last von seinen Schultern. Um den anstehenden Besuch beim Tierarzt angenehm zu gestalten sind folgende Tipps dabei wahre Helfer.

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Der Hund muss entleert sein
Suchen Sie, damit Sie pünktlich zum Termin erscheinen können, in der Nähe der Tierarztpraxis einen schönen Weg. Egal ob Hundewiese, Park oder Feldweg. Ein schöner Spaziergang oder flottes Spiel, kurz vor der Behandlung, beruhigt die Gemüter. Entspannung tritt ein. Es hat auch folgenden Vorteil: Der Hund entleert sich nochmals. Ohne den Drang, urinieren zu müssen, geht es zufriedener in ein Gebäude hinein. Hin zusätzlich kommt, dass in der Praxis unzählige Gerüche existieren und Behandlungen stattfinden, die selbst die besten Nerven eines Hundes strapazieren. Wie bei uns Menschen, geht dies auch beim Tier nicht spurlos an Darm und Blase vorbei.

Dem Tierarzt assistieren
Gehen Sie dem Tierarzt so gut es geht zur Hand. Der Hund spürt dadurch, dass eine vertraute Person dabei ist. Schon kleine Handlungen und Bewegungen, wie Loben und streicheln bewirken manches kleine Wunder. Bereits durch Loben und Streicheln wird unterstützend mitgeholfen und für einen weniger gestressten Hund Sorge getragen. Für den behandelnden Arzt kann es von Bedeutung sein, wenn ihm erzählt wird, wie sich der Hund mit und ohne Schmerzen verhält. Ebenso in Bezug auf Behandlungsformen. Somit kann auf die Bedürfnisse von Mensch und Tier eingegangen werden.

Ruhe bewahren
Für den Hundehalter ist nichts Schlimmeres vorstellbar, als den vierbeinigen Freund, Angsterfüllt und mit Schmerzen, Leiden zu sehen. Darum gehen Sie zu einem Tierarzt, Ihres Vertrauens. Die entstandene, innere Ruhe wirkt sich mehr auf den Hund aus, als zumeist gedacht wird. Mit falschem Mitleid und Trösten verunsichern Sie den Hund nur. Machen Sie mit ruhiger Stimme klar, dass nichts passiert. Sollten Sie doch nicht in der Lage sein, bei der Behandlung dabei bleiben zu können, warten Sie bitte im Wartezimmer.

Nach dem erfolgreich gemeisterten Termin in der Tierarztpraxis, ist es empfehlenswert, diesen nochmals mit etwas positivem zu verknüpfen. Hier kann zum Beispiel das Lieblingsspielzeug des Hundes zum Einsatz kommen.

Anfängerfehler bei der Hundeerziehung – erkennen und vermeiden

Allgemeine Hinweise zur Hundeerziehung
Auf den ersten Eindruck erscheint es, als ob die Erziehung des Hundes nicht immer einfach ist, und dem Tier das Richtige zu vermitteln und beibringen. Schnell haben sich Unmut und ungeliebte Marotten eingebürgert, die nur schwer wieder auszutreiben sind. Um langfristig die gewünschten Ziele zu erreichen und schlechten Eigenschaften vorbeugend, kann man als Hundehalter grundlegend dazu beitragen. Starten Sie zunächst mit kleinen Lehreinheiten an und steigern diese nach den jeweiligen Erfolgen. Die Übungen eignen sich idealerweise dazu, im Alltag verteilt zu üben. Suchen Sie nach ruhigen Orten, wie zu Hause oder Wiesen und Wälder mit wenig bzw. keinem Verkehr. Wenn die folgenden sieben Grundregeln zu Herzen genommen werden, bestehen sehr gute Aussichten auf Erfolg.

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Grundregeln für die Hundeerziehung

1. Anhaltende Beschallung
Der Hund ist nicht taub. Jedes Wort, welches nicht zu einem kurzen Kommando gehört, ist überflüssig. Sie untergraben sich sonst damit ihre eigene Autorität.
2. Widersprüchlichkeiten
Der vierbeinige Freund achtet auf Mimik, Gesten und den Klang der Stimme. Passt nichts davon zusammen, wie zum Beispiel ein vor Wut zitternder Körper und eine lieb säuselnde Stimme, wird den Hund irritiert sein und er wird tun, was er möchte.
3. Nachlässigkeit und Vergesslichkeit
Wer sich anfänglich mit Durchhaltevermögen und konsequentem Verhalten hervorhebt, sollte dabei bleiben. Mit Nachlässigkeit hat der Hund Sie quasi in der Hand und wird nicht mehr das von ihm verlangte tun. Das gleiche gilt für Leckerlies bei braver Handlung, Für den Hund heißt das nichts anderes als Arbeiten gegen Bezahlung.
4. Mehrfaches Kommando
Wenn der Hund „Platz“ macht und Sie unter permanentem Wiederholen „bleib!“ sagen, wird dieser sofort hinter Ihnen her flitzen, sobald Sie verstummen. Gelernt hat der Hund, dass er nur solange liegen braucht, bis kein Kommando mehr ertönt.
5. Die zu frühen Kommandos
Hunde sind nicht in der Lage, Worte mit Bedeutungen zu verknüpfen. So ist es Wirkungslos, 5 Meter vor einem Graben Hopp-Kommandos zu geben. Ebenso wird es ihn nur irritieren, wenn er gerade losläuft und sofort umkehren soll.
6. Rechtzeitiges Loben
Der Vierbeiner wünscht sich Anerkennung für gutes Verhalten. Kommt diese jedoch zu spät, wird der Hund unter winseln beginnen nach Leckerlies zu betteln. Zur Folge hat dieses Verhalten, dass der tierische Begleiter dies immer wiederholen, bis er ohne eine Aufgabe erledigt zu haben, unter winseln seine Leckereien einfordern wird.
7. Die innere Verhaltensuhr
Dass es auf dem Hundeplatz perfekt läuft und zu Hause nicht, kann unterschiedliche Gründe haben. Zum einen kann es sein, dass Sie draußen zu wenig geübt haben. Ihr Hund bringt daher gutes Verhalten und Gehorchen nur mit dem Hundeplatz in Verbindung. Es kann auch sein, dass Sie nur im Kurs konsequent genug sind. Ebenfalls in Betracht kommt, dass sich im Kurs motivierend mit Leckerlies und Spielwaren arbeiten und außerhalb nicht.

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Fazit
Hundeerziehung ist nicht schwer, solange sich Hundehalter und Tier auf wesentliche, gemeinsame Regeln eingespielt haben. Die genannten Regeln, sind Bausteine, die ein gutes Verhalten fördern und fordert. Wichtig ist letztendlich, viel Geduld für das Tier und auch sich selbst zu haben.

Rudel-Grundsätze

Es gibt einige „Rudel-Grundsätze“, die Hundehalter deshalb möglichst einhalten sollten: Einer heißt: Der Chef frisst zuerst! Deshalb sollte der Hund nicht am Tisch von den essenden Menschen aus der Hand gefüttert werden, sondern sein Essen zu festgelegten Zeiten an seinen Futterplatz bekommen. Nach einer anderen Regel sollte der Hund daran gewöhnt werden, an Durchgängen nicht vor sondern erst nach dem Menschen gehen zu dürfen. Er sollte auch seine ihm erlaubten Plätze zugewiesen bekommen. Der Mensch muss bestimmen, wo das Tier sitzen oder liegen darf und wo eben nicht. Wenn der Hund an der Leine geht, muss er Richtungswechseln folgen, ohne woanders hin zu zerren oder sich zu verweigern.

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Eine andere Regel heißt Gewinngarantie. Sie besagt, dass beim Spielen und Toben mit dem Hund, der Mensch am Ende den Verlauf bestimmt und das Spiel anfangen und beenden sollte. Er sollte sich auch nicht vom Hund „belästigen“, also anlecken, anstupsen oder drängeln lassen, wenn er das nicht gestattet. Ein kurzer Befehl muss das beenden. Im Gegensatz dazu darf der ranghöhere Mensch das Tier zu jeder Zeit anfassen, auch beim Fressen oder schlafen. Er muss ihm zum Beispiel jederzeit auch den Fang öffnen können, wie es in der Natur die höherrangigen Tiere auch tun, ohne sich zu wehren und ohne zu schnappen.
Auch in der Familie lebende Kinder stehen im Rang vor dem Hund und sollten sobald als möglich lernen, ihm das durch Befehle zu zeigen. Natürlich soll das alles nicht darauf hinauslaufen, den Hund ständig zu drillen, zu maßregeln oder gar zu bestrafen. Im Gegenteil sollte positive Bestärkung und liebevolle Behandlung die Grundlage des Zusammenlebens mit dem Hund sein.

Der Hund in der Familie

Für den Familienhund ist die Familie das Rudel und deshalb ist eine hierarchische Struktur, also eine Rangordnung innerhalb des Familienverbandes wirklich wichtig. Der Hund hat dabei die niedrigste Stellung, schließlich wollen wir ja einen Hund haben, der jedem Familienmitglied gehorcht und das kann nur gelingen, wenn er in keiner Weise dominant ist. Eine hierarchische Struktur innerhalb des Familienbundes ist daher ein absolutes Muss.

Der Hund erhält dabei immer die niedrigste Stellung, um die Harmonie im Zusammenleben nicht zu gefährden und Dominanz-Probleme von vornherein zu vermeiden. Für die Einhaltung dieser Position im Rudel müssen klare Regeln aufgestellt werden, die von allen im Rudel, das heißt in der Familie befolgt werden müssen. Lässt man hier nur ein wenig die Zügel schleifen, wird der Hund versuchen, in der Rangordnung aufzusteigen und sich bestimmte Freiheiten herauszunehmen.

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Darüber hinaus aber wird er auch „sein Rudel“ führen wollen und das ist für die Harmonie zwischen Mensch und Hund ebenfalls äußerst fatal. Dann liegt vielleicht der Vierbeiner auf dem heimischen Sofa und lässt „seine“ Menschen sich dort nicht hinsetzen, attackiert Besucher, Kleinkinder knurrt und schnappt sobald jemand seinem Futter oder dem Spielzeug nahe kommt. Das ist aber nicht nur schlimm für den Hundebesitzer und seine Familie, sondern auch für den Hund. Er braucht neben festen Regeln auch eine klare Rangordnung, sonst weiß er nicht, was „sein Mensch“ von“ ihm erwartet.

Hunde und ihre Rangordnung

Jeder Mensch weiß, dass der Hund der Nachfahre des Wolfes ist und ein Rudeltier. Auch wenn er im Verlauf der Jahrtausende domestiziert wurde und teilweise ganz andere Eigenschaften entwickelt hat als sein wilder Vorfahr, das Rudelverhalten und eine ganz strikt festgelegte Rangordnung hat er beibehalten. Und es ist für ein gutes und konfliktfreies Zusammenleben von Mensch und Hund und für die Hundeerziehung ganz wichtig zu wissen, wie diese Rangordnung funktioniert und sich im „gemischten Rudel“ Mensch/Hund auswirkt.

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Der Begriff Rudel steht im Tierreich für eine geschlossene und gleichzeitig individualisierte Gruppe. Die dazu gehörenden Tiere erkennen einander und sind nicht beliebig austauschbar. Sie haben eine strenge Hierarchie, in der jedes Tier seinen Platz hat und die Ranghöheren auch feste Aufgaben. Diese Rangordnung ist aber nicht für alle Zeiten festgelegt, die Alphatiere, die „Bestimmer“ im Rudel, werden von den rangniedrigen Tiere immer wieder zu Rangkämpfen aufgefordert, um selbst in der Rangordnung zu steigen. Die Rangordnungskämpfe sind nur sehr selten blutig, oft bestehen sie nur in Droh- und Unterwürfigkeitsgebärden.

Unterhalb der Rangordnung stehen im Rudel die jungen, noch nicht geschlechtsreifen Tiere und natürlich die Welpen. Ihnen gegenüber ist das ganze Rudel tolerant und sie dürfen schon mal über die Stränge schlagen. Nebenbei raufen sie schon mal spielerisch um ihre spätere Rangordnung. Es ist allerdings ein Märchen, dass es einen generellen Welpenschutz gibt, erwachsene Tiere also Welpen in keinem Fall angreifen oder zu Schaden bringen. Das gilt eindeutig nur für die zum Rudel gehörenden Welpen, für fremde nicht.