Rudel-Grundsätze

Es gibt einige „Rudel-Grundsätze“, die Hundehalter deshalb möglichst einhalten sollten: Einer heißt: Der Chef frisst zuerst! Deshalb sollte der Hund nicht am Tisch von den essenden Menschen aus der Hand gefüttert werden, sondern sein Essen zu festgelegten Zeiten an seinen Futterplatz bekommen. Nach einer anderen Regel sollte der Hund daran gewöhnt werden, an Durchgängen nicht vor sondern erst nach dem Menschen gehen zu dürfen. Er sollte auch seine ihm erlaubten Plätze zugewiesen bekommen. Der Mensch muss bestimmen, wo das Tier sitzen oder liegen darf und wo eben nicht. Wenn der Hund an der Leine geht, muss er Richtungswechseln folgen, ohne woanders hin zu zerren oder sich zu verweigern.

malinois-and-border-collie-788032_640
Eine andere Regel heißt Gewinngarantie. Sie besagt, dass beim Spielen und Toben mit dem Hund, der Mensch am Ende den Verlauf bestimmt und das Spiel anfangen und beenden sollte. Er sollte sich auch nicht vom Hund „belästigen“, also anlecken, anstupsen oder drängeln lassen, wenn er das nicht gestattet. Ein kurzer Befehl muss das beenden. Im Gegensatz dazu darf der ranghöhere Mensch das Tier zu jeder Zeit anfassen, auch beim Fressen oder schlafen. Er muss ihm zum Beispiel jederzeit auch den Fang öffnen können, wie es in der Natur die höherrangigen Tiere auch tun, ohne sich zu wehren und ohne zu schnappen.
Auch in der Familie lebende Kinder stehen im Rang vor dem Hund und sollten sobald als möglich lernen, ihm das durch Befehle zu zeigen. Natürlich soll das alles nicht darauf hinauslaufen, den Hund ständig zu drillen, zu maßregeln oder gar zu bestrafen. Im Gegenteil sollte positive Bestärkung und liebevolle Behandlung die Grundlage des Zusammenlebens mit dem Hund sein.

Der Hund in der Familie

Für den Familienhund ist die Familie das Rudel und deshalb ist eine hierarchische Struktur, also eine Rangordnung innerhalb des Familienverbandes wirklich wichtig. Der Hund hat dabei die niedrigste Stellung, schließlich wollen wir ja einen Hund haben, der jedem Familienmitglied gehorcht und das kann nur gelingen, wenn er in keiner Weise dominant ist. Eine hierarchische Struktur innerhalb des Familienbundes ist daher ein absolutes Muss.

Der Hund erhält dabei immer die niedrigste Stellung, um die Harmonie im Zusammenleben nicht zu gefährden und Dominanz-Probleme von vornherein zu vermeiden. Für die Einhaltung dieser Position im Rudel müssen klare Regeln aufgestellt werden, die von allen im Rudel, das heißt in der Familie befolgt werden müssen. Lässt man hier nur ein wenig die Zügel schleifen, wird der Hund versuchen, in der Rangordnung aufzusteigen und sich bestimmte Freiheiten herauszunehmen.

army-958204_640

Darüber hinaus aber wird er auch „sein Rudel“ führen wollen und das ist für die Harmonie zwischen Mensch und Hund ebenfalls äußerst fatal. Dann liegt vielleicht der Vierbeiner auf dem heimischen Sofa und lässt „seine“ Menschen sich dort nicht hinsetzen, attackiert Besucher, Kleinkinder knurrt und schnappt sobald jemand seinem Futter oder dem Spielzeug nahe kommt. Das ist aber nicht nur schlimm für den Hundebesitzer und seine Familie, sondern auch für den Hund. Er braucht neben festen Regeln auch eine klare Rangordnung, sonst weiß er nicht, was „sein Mensch“ von“ ihm erwartet.

Hunde und ihre Rangordnung

Jeder Mensch weiß, dass der Hund der Nachfahre des Wolfes ist und ein Rudeltier. Auch wenn er im Verlauf der Jahrtausende domestiziert wurde und teilweise ganz andere Eigenschaften entwickelt hat als sein wilder Vorfahr, das Rudelverhalten und eine ganz strikt festgelegte Rangordnung hat er beibehalten. Und es ist für ein gutes und konfliktfreies Zusammenleben von Mensch und Hund und für die Hundeerziehung ganz wichtig zu wissen, wie diese Rangordnung funktioniert und sich im „gemischten Rudel“ Mensch/Hund auswirkt.

border-collie-672770_640

Der Begriff Rudel steht im Tierreich für eine geschlossene und gleichzeitig individualisierte Gruppe. Die dazu gehörenden Tiere erkennen einander und sind nicht beliebig austauschbar. Sie haben eine strenge Hierarchie, in der jedes Tier seinen Platz hat und die Ranghöheren auch feste Aufgaben. Diese Rangordnung ist aber nicht für alle Zeiten festgelegt, die Alphatiere, die „Bestimmer“ im Rudel, werden von den rangniedrigen Tiere immer wieder zu Rangkämpfen aufgefordert, um selbst in der Rangordnung zu steigen. Die Rangordnungskämpfe sind nur sehr selten blutig, oft bestehen sie nur in Droh- und Unterwürfigkeitsgebärden.

Unterhalb der Rangordnung stehen im Rudel die jungen, noch nicht geschlechtsreifen Tiere und natürlich die Welpen. Ihnen gegenüber ist das ganze Rudel tolerant und sie dürfen schon mal über die Stränge schlagen. Nebenbei raufen sie schon mal spielerisch um ihre spätere Rangordnung. Es ist allerdings ein Märchen, dass es einen generellen Welpenschutz gibt, erwachsene Tiere also Welpen in keinem Fall angreifen oder zu Schaden bringen. Das gilt eindeutig nur für die zum Rudel gehörenden Welpen, für fremde nicht.

Den Hund sozialisieren III – Unterwegs mit dem Welpen

Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Falls es notwendig ist, dass das Tier in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden muss, dann sollte es durch gezieltes Training an die Situation herangeführt werden. Die Hunde müssen erst die Umgebung und das Ruckeln durch die Fahrt kennenlernen. Dazu können zunächst kurze Strecken mit Bus oder Bahn gefahren werden. Anschließend können die Hunde im Berufsverkehr mitgenommen werden. Sie können dann mit den Gerüchen, den Geräuschen und den anderen Fahrgästen besser umgehen.

Im Restaurant
In Deutschland können die Hunde in Restaurants mitgenommen werden. Zu Beginn sollte das Restaurant oder Café nur kurz besucht werden. So kann sich das Tier mit der neuen Situation vertraut machen. Sie sollten dem Tier gleich beibringen, dass sich hinsetzen oder hinlegen soll. So wissen die Hunde bereits, dass sie hier entspannt sein können. Zusätzlich kann ein kleines Spielzeug mit einer Knabberei mitgenommen werden, sodass das Tier beschäftigt ist. Auch ein Restaurantbesuch mit Hunden ist mit mehreren Trainingseinheiten verbunden.

Menschenmengen
Um Menschenmengen kennenzulernen empfiehlt es sich mit dem Tier die Innenstadt aufzusuchen. Allgemein gilt aber, das große Menschenansammlungen ein großer Stressfaktor für Hunde sein können. Deshalb ist es ratsam große Menschenmengen lieber ohne Hunde aufzusuchen.

street-performer-926746_640

Hunde und Kinder
Sobald Kinder und Hunde gemeinsam in einem Haushalt leben sollen, ist es zu empfehlen die Entscheidung auf einen Welpen zu legen. Dieser lernt so Schritt für Schritt den Alltag mit den Kindern kennen. Es ist jedoch ganz besonders wichtig, dass das Tier stets positive Erfahrungen macht. Die Kinder dürfen also zu keiner Zeit eine Bedrohung für die Hunde darstellen. Gleichzeitig muss das Tier die Eigenheiten eines Kindes kennenlernen. So müssen die Hunde mit schreienden Kindern, unkontrollierten Bewegungen und unterschiedlichen Geräuschen vertraut gemacht werden. Dennoch sollten Kinder nie mit Hunden alleingelassen werden. Die Kontrolle über die Situation sollte immer bei den Erwachsenen liegen. Falls keine eigenen Kinder im Haushalt leben, sollte nicht auf den Kontakt zu ihnen verzichtet werden. Als Ersatz können Kinder von Freunden oder Bekannten herangezogen werden. Dadurch können die Hunde eine wichtige Erfahrung machen, welche sie ihr ganzes Leben lang abrufen können.

Hundeschule ja oder nein?
Die Hundeschule ist vom Prinzip her kein schlechter Ansatz. Sie kann Trainings- und Spielplatz zugleich sein. Sie ist insbesondere dann eine gute Option, wenn kein Garten vorhanden ist, wo die Hunde ohne Leine laufen können. Gleichzeitig werden an der Hundeschule verschiedene Kurse zur Schulung von Welpen angeboten. Der Besuch dieser ist insbesondere ratsam, wenn die Hunde sozialisiert werden sollen und verschiedene Situationen kennenlernen sollen. Dem Halter sollte jedoch auch bewusst sein, dass die Hundeschule mit Kosten verbunden ist.

Den Hund sozialisieren II – Was muss ein alltagstauglicher Hund lernen?

Es stellt sich zu Beginn immer die Frage, welche Aufgabe das neue Familienmitglied bekommt. Ein Wachhund muss beispielsweise nicht mit einem Einkaufsbummel durch die Innenstadt konfrontiert werden. Hunde, die mit Kindern in Kontakt kommen, müssen hingegen in zahlreichen Disziplinen sozialisiert werden. Für die Prägungsphase ist es hilfreich sich in die Lage des Hundes hineinzuversetzen. Er kennt die Welt und die verschiedenen Eindrücke nicht. Er muss alles erst kennenlernen wie ein kleines Kind.

donkeys-291562_640

Zusammentreffen mit anderen Hunden/Tieren

Der Kontakt zu anderen Tieren und Hunden ist bei Welpen immer sehr schwierig. Zum einen ist dies eine besonders wichtige Trainingseinheit, da immer wieder Tiere aufeinandertreffen werden. Zum anderen muss die Reaktion des Gegenübers einkalkuliert werden. Hier gilt es immer abzuschätzen, ob eine Gefahrensituation vorliegt oder nicht. Der Halter muss deshalb besonders aufmerksam sein und schnell reagieren können. Der Kontakt zu anderen Hunden kann unter anderem in einer Hundeschule erlernt werden. In vielen Haushalten treffen Hunde und Katzen aufeinander. Nicht jeder Welpe ist für diese Art des Zusammenlebens geeignet. Es gilt jedoch die bekannte Regel, je früher die Hunde mit einer Situation vertraut gemacht werden, umso besser finden sie sich darin zurecht. Ein Zusammenleben von Hunden und Katzen ist also prinzipiell möglich. Viele Hunde werden auch als Hüte- oder Jagdhunde eingesetzt. Diese Tiere müssen zunächst auf den Kontakt mit Schafen, Hirschen oder anderen Waldtieren vertraut gemacht werden. Des Weiteren ist eine spezielle Trainingsphase notwendig, in der die Hunde ihre Aufgabe erlernen. Die Trainingseinheiten müssen über mehrere Wochen hinweg wiederholt werden bis die Hunde ihre Aufgabe selbstständig erledigen können.