Rudel-Grundsätze

Es gibt einige „Rudel-Grundsätze“, die Hundehalter deshalb möglichst einhalten sollten: Einer heißt: Der Chef frisst zuerst! Deshalb sollte der Hund nicht am Tisch von den essenden Menschen aus der Hand gefüttert werden, sondern sein Essen zu festgelegten Zeiten an seinen Futterplatz bekommen. Nach einer anderen Regel sollte der Hund daran gewöhnt werden, an Durchgängen nicht vor sondern erst nach dem Menschen gehen zu dürfen. Er sollte auch seine ihm erlaubten Plätze zugewiesen bekommen. Der Mensch muss bestimmen, wo das Tier sitzen oder liegen darf und wo eben nicht. Wenn der Hund an der Leine geht, muss er Richtungswechseln folgen, ohne woanders hin zu zerren oder sich zu verweigern.

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Eine andere Regel heißt Gewinngarantie. Sie besagt, dass beim Spielen und Toben mit dem Hund, der Mensch am Ende den Verlauf bestimmt und das Spiel anfangen und beenden sollte. Er sollte sich auch nicht vom Hund „belästigen“, also anlecken, anstupsen oder drängeln lassen, wenn er das nicht gestattet. Ein kurzer Befehl muss das beenden. Im Gegensatz dazu darf der ranghöhere Mensch das Tier zu jeder Zeit anfassen, auch beim Fressen oder schlafen. Er muss ihm zum Beispiel jederzeit auch den Fang öffnen können, wie es in der Natur die höherrangigen Tiere auch tun, ohne sich zu wehren und ohne zu schnappen.
Auch in der Familie lebende Kinder stehen im Rang vor dem Hund und sollten sobald als möglich lernen, ihm das durch Befehle zu zeigen. Natürlich soll das alles nicht darauf hinauslaufen, den Hund ständig zu drillen, zu maßregeln oder gar zu bestrafen. Im Gegenteil sollte positive Bestärkung und liebevolle Behandlung die Grundlage des Zusammenlebens mit dem Hund sein.

Der Hund in der Familie

Für den Familienhund ist die Familie das Rudel und deshalb ist eine hierarchische Struktur, also eine Rangordnung innerhalb des Familienverbandes wirklich wichtig. Der Hund hat dabei die niedrigste Stellung, schließlich wollen wir ja einen Hund haben, der jedem Familienmitglied gehorcht und das kann nur gelingen, wenn er in keiner Weise dominant ist. Eine hierarchische Struktur innerhalb des Familienbundes ist daher ein absolutes Muss.

Der Hund erhält dabei immer die niedrigste Stellung, um die Harmonie im Zusammenleben nicht zu gefährden und Dominanz-Probleme von vornherein zu vermeiden. Für die Einhaltung dieser Position im Rudel müssen klare Regeln aufgestellt werden, die von allen im Rudel, das heißt in der Familie befolgt werden müssen. Lässt man hier nur ein wenig die Zügel schleifen, wird der Hund versuchen, in der Rangordnung aufzusteigen und sich bestimmte Freiheiten herauszunehmen.

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Darüber hinaus aber wird er auch „sein Rudel“ führen wollen und das ist für die Harmonie zwischen Mensch und Hund ebenfalls äußerst fatal. Dann liegt vielleicht der Vierbeiner auf dem heimischen Sofa und lässt „seine“ Menschen sich dort nicht hinsetzen, attackiert Besucher, Kleinkinder knurrt und schnappt sobald jemand seinem Futter oder dem Spielzeug nahe kommt. Das ist aber nicht nur schlimm für den Hundebesitzer und seine Familie, sondern auch für den Hund. Er braucht neben festen Regeln auch eine klare Rangordnung, sonst weiß er nicht, was „sein Mensch“ von“ ihm erwartet.